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Erste Auffahrt eines Alt-Senioren-Vierers im Mai 1987 in der Besetzung Ziegler- Kern- Ahrens- Schinnerer und Stm. Schönig

  Im Sommer 1986 trafen sich zufällig bei einem Stadtbummel Ferdi Ahrens und Alois Kern, beide über 60 Jahre im ORV. Letzterer kam zum Tennisspiel öfter ins Bootshaus, auch zu gesellschaftlichen Veranstaltungen. Leider traf er bei solchen Gelegenheiten höchstens zwei bis drei Sportkameraden aus der Zeit vor dem Krieg. Zum Rudern war in seiner Altersklasse überhaupt niemand da. Die beiden "Stadtbummler" sprachen auch über diesen Zustand und man entschloß sich, nachzuforschen, wer von den "Alten" überhaupt noch im Verein ist. Letztenendes trafen sich fünf Mann zu einem ersten Gespräch: Ferdi Ahrens, Alois Kern, Rudi Schinnerer, Heinz Schönig und Richard Ziegler. Man beschloß einen monatlichen Stammtisch, jeweils am 1.Mittwoch eines Monats im Bootshaus. Alois Kern nahm die Organisation in die Hand, telefonierte, machte Besuche und so kamen zum 1.Stammtisch am 8.Oktober 1986 neun Mann. An diesem Abend stellte man fest, daß noch einige ehemalige Sportkameraden unter den Lebenden sind, die nicht mehr im Verein waren. Alois Kern kümmerte sich um diese "Trockengelegten" und so kamen zum 2.Stammtisch am 5.November 1986 schon 15 Mann. Die Ruderwilligen gingen dann erstmals beim Anrudern am 10.Mai 1987 mit dem Vierer Ahrens-Kern-Schinnerer-Ziegler, Stm.Schönig aufs Wasser, immerhin insgesamt 340 Jahre Gesamtalter! Die Offenbach Post würdigte dies auch entsprechend.


Der "Mumienachter" im Jahr 1990 zu Besuch bei Demetrio Poggioli/ Lugano

Nun hatten wir Feuer gefangen und durch Mundpropaganda und Zeitungsanzeigen kamen zwei Ruderkameraden von der RG Wiking (Fengel, Klein) und zwei Ruderer aus Frankfurt (Göbbels, Linde) hinzu. Mittlerweile wuchs die Stammtischrunde auf 24! Dabei war auch ein Stammtischbesucher mit der weitesten Anreise: Walter Bührer - ein erfolgreicher frührerer Rennruderer - der seit dieser Zeit regelmäßig aus dem Sauerland zum Stammtisch anreist. Erfreulicherweise waren auch Kameraden aus anderen Abteilungen zu uns gestoßen, insbesondere vom Hockey. Mit dem Rudern und dem Stammtisch konnte diese Gruppe natürlich nicht zusammen gehalten werden. Alois Kern organisierte nun Besichtigungen (Brauereien, Zeitungen, Bootsbauer, Schuhhersteller, Museen usw.), jährlich eine 4tägige Busreise mit Rudern bei dem jeweiligen Ruderverein (Lugano, Bremen, Passau, Breisach, Bamberg), jährlich ein Mai-Ausflug mit Frauen, jährlich einmal Advents-Kaffee, jährlich eine Bus-Spessart-Fahrt zum Gansessen, jährlich ein bis zweimal Wanderrudern auf Main, Lahn, Mosel, Saar, Weser, Sonderfahrten nach Saarbrücken, Goslar, Eberbach usw. Besonders hervorzuheben bei der Arbeit im und ums Bootshaus sowie allen Organisationsarbeiten der Alt-Senioren sind die Ruderkameraden Jochem, Pfeiffer, und Strogies. Letzterer neben seinen handwerklichen und gärtnerischen Fähigkeiten als Wanderführer. Seit einigen Jahren haben wir eine Wandergruppe, die jeden 2.Donnerstag im Monat in die Natur geht. Hans Strogies ist unser Wanderführer, der im Odenwald, Spessart und Rheinhessen unerschöpfliche Rundwanderungen und vor allen Dingen preiswerte Lokalitäten kennt.


Eine Wandergruppe der Alt-Senioren im Jahr 1996

Ein weiterer Dank an Walter Bührer! 1989 konnten wir mit seiner Hilfe Verbindung zu Hans Schönhals in Saarbrücken aufnehmen. Er hat vor dem Krieg Hockey gespielt und gerudert im ORV und war nach wie vor Mitglied und Fan des ORV. In Saarbrücken hatte er vier Schuhgeschäfte. Hans Schönhals hat nach Walter Bührers Kontaktherstellung dem ORV öfter finanziell geholfen. Nach seinem Ableben 1990 hat seine Frau Brunhilde Schönhals weiterhin Vereinstreue bewiesen durch Besuche bei uns und durch Geldspenden. An erster Stelle muß hier eine Spende von DM 40.000.-- erwähnt werden, die für den Kauf eines Rennachters mit Riemen verwandt wurde. Dieses Boot wurde am 21.April1991 auf den Namen "Hans Schönhals" getauft.

Die Zahl der Alt-Senioren-Ruderer war mittlerweile auf 14 gestiegen, so daß oft auch ein Achter gerudert werden konnte. Unsere Jugend gab der Achter-Besatzung den Namen MUMIENACHTER. Wir hatten den Humor, den Namen bestehen zu lassen und so sind wir mit diesem Titel auch in der Öffentlichkeit bekannt geworden (im Hessischen Sport-Fernsehen, Bildbericht in der Illustrierten GLÜCKS-REVUE, ZDF Fernsehgarten).

Seit 1991 haben wir Wintertraining mit der AH-Vereinigung Frankfurt einmal wöchentlich im Ruderdorf Oberrad. Da wir beim jährlichen Leistungsrudern der AH-Vereinigung Frankfurt oft die meisten Vereinsboote stellten und in Offenbach bessere Ruderverhältnisse waren, wurden wir von dieser Vereinigung beauftragt, jeweils im Oktober eines Jahres diese Veranstaltung ab unserem Bootshaus auszurichten. Dabei konnten unsere Vierer "über 60" und "über 70" die geforderten Zeiten weit unterschreiten.

Im und ums Bootshaus macht sich eine kleine Gruppe von uns regelmäßig nützlich und auch bei Spendenaufrufen sind wir nicht kleinlich. Da wir unserer Jugend gegenüber immer aufgeschlossen sind ist der Kontakt zu unserem Nachwuchs bestens und wir sind mit Rat und Tat immer bereit.

Auch im Ausland haben wir unsere Fans, ehemalige Vereinskameraden: Demetrio Poggioli in Lugano, Eugen Staudacher in USA, Walter Wilcke in Australien. Zu ihnen besteht ständig Kontakt. Leider haben wir in der Zeit unserer Stammtischrunde einige bewährte Kameraden durch den Tod verloren. Unser stetes Gedenken gilt: Wilhelm Fengel, Ludwig Mitscher, Hans Schönhals, Heinz Schönig, Karl Schwab, Philipp Weiland, Richard Ziegler.


Die Alt-Senioren mit Damen zu Besuch bei Sigrid von Brentano im Weingut in Österreich-Winkel

ein Beitrag von Alois Kern

 

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